Philosophie

Ein Pferd zu haben bedeutet viel mehr, als sich ein Pferd leisten zu können.

Es bedeutet von einem Wesen Demut zu lernen, das uns viel mehr über Menschlichkeit beibringen kann als wir das je untereinander tun könnten. Es bedeutet mit jemandem zusammen zu sein, der einem tief in unsere Seele blickt und uns – vermutlich trotzdem – als liebenswert erachtet. Es bedeutet Umgang haben zu dürfen mit einem Tier, das uns unendlich viele Tugenden lehrt.
Das ist doch pures Glück. Und für dieses Glück haben wir die Pflicht, uns um unsere Pferde kümmern – um ihr körperliches und seelisches Wohl mit durchdachter Bewegung, adäquater Fütterung, Pflege der Hufe, der Zähne sowie einer passender Ausrüstung. Wollen wir es optimal versorgen, ist es unverzichtbar, sich selber mit den Themen Haltung oder Fütterung aber auch mit der gesunden und pferdegerechten Ausbildung auseinanderzusetzen. Denn entscheiden wir uns dafür, das von der Natur nicht dafür vorgesehene Pferd zu reiten, müssen wir es so tun, dass es keinen Schaden nimmt. Wir müssen uns weiterbilden sowie stets reflektieren. Wir sollten wirklich hinsehen und uns nicht selber täuschen – auch dann nicht, wenn es unbequem oder gar bitter ist.

Das meiste was ich von meinen Pferden lerne, hat ehrlicherweise nichts mit dem Reiten zu tun. Sie machen immer wieder einen besseren Menschen aus mir. Dafür bedanke ich mich bei ihnen. Meine Pferde sind nicht zum (Aus)nutzen da – sie sind einfach da, und das ist wunderbar so.

„Das Glück einer Beziehung besteht nicht darin, den anderen so zu formen, dass er unseren Erwartungen und Bedürfnissen entspricht, sondern in vollem Umfang zu geniessen wer er ist.“

Suzanne Clothier